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Medienpraxis in der Wissenschaft:
Musikhistorischer Vortrag

Beim Versuch Attwengers Zungenbrecher "de muamen de mauna" nachzurappen (Übung 1) bekommt man eine Vorstellung davon, wie sehr die bewusste Gestaltung der mündlichen Sprachpraxis den leiblichen Artikulationsapparat des Menschen herausfordert. Das Trainieren der Stimme für das effektvolle öffentliche Sprechen reicht bis in die Anfänge der Poesie zurück und erfordert das Erlernen von Atemtechniken und die motorische Beherrschung von Zunge, Lippen und Stimmbändern – nicht ohne Grund überschrieb Ernst Jandl, der Altmeister der akustischen Poesie, seine Poetik-Vorlesungen mit dem Titel "Das Öffnen und Schließen des Mundes".

Hören wir uns noch ein Beispiel an: Im ersten Teil des Palindromsongs "es deppate med abc!" (Track 1) artikulieren die Performer Jürgen Berlakovich und Thomas Pfeffer mit Deutlichkeit das rückwärts gesprochene Alphabet, denn es geht ihnen darum, den gesprochenen Text auch im rückwärts abgespielten zweiten Teil (Track 2) präzise hörbar zu machen.

Techniken: > Sprechen, > Rezitieren

mohntau

Übung 2: Akustische Variation eines Vortragstitels

1. Beobachten Sie in beiden Versionen (Track 1 + 2) die Artikulation der einzelnen Konsonanten und die rhythmische Pausensetzung, die nötig ist, um Silben und Lauten einen akustischen Raum zu geben!

2. Stellen Sie sich vor, Sie halten einen musikhistorischen Vortrag, den Sie mit der Nennung des Titels "Warum hasste Pavarotti die E-Gitarre?" einleiten. Stehen Sie locker, atmen Sie durch und betonen Sie jeweils einen der vier unterstrichenen Begriffe. Variieren Sie die Tonlage. In welche Richtung lenken die vier Betonungen die Erwartung des Publikums?

3. Rezitieren Sie den Titel mit wechselnder Betonung vor dem Hintergrund von Sergej Mohntaus musikalischer Instrumentierung (Track 3). Welchen Einfluss hat die Musik auf die Interpretation der vier Schlüsselbegriffe?

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Track 1
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Track 2 (Reverse)
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Track 3