Thomas Feuerstein: "VERBALE (Konfabulationsobjekt)"
Thomas Feuersteins Eisskulptur zeigt die schöpferische ("poietische") Kraft der Sprache indem sie sprachliche Bedeutungen in ihre physikalische Realität auflöst. Ein Kühlaggregat, das einem Kehlkopf nachempfunden ist, zeichnet den Atem der SprecherInnen und ihre Körperausdünstungen auf. Mit dem körperbasierten Diskurs wächst das Kunstwerk: Je mehr das Publikum – über Kunst?! – spricht, desto dicker wird die Eisschicht. Die Reduktion der Stimme auf ihre pure Materialität findet ihr Gegenstück im analogen Aufzeichnungsmechanismus. Die Flüchtigkeit der sprachlichen Äußerung wird in die Zeitlichkeit des Mediums Eis übertragen. So bleibt das Sprachzeichen nur noch als Hinweis auf vergangene Sprechakte präsent und reduziert die sprachliche Kommunikation auf die flüchtige Interaktion zwischen sprechenden Körpern.
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Sprachmedium: analoge Stimmaufzeichnung
Sprachform: Publikumstexte